Die Feuerwehr musste zu mehreren Einsatzstellen ausrücken und war mit insgesamt 120 Leuten im Einsatz. Hier ein Einsatzort an der Prosperstraße (Foto: Matthias Düngelhoff)

Bottrop. Großalarm für die Feuerwehr. Flächenbrände entlang der Bahnstrecke hielten die Retter in Atem. Der Einsatz hielt einige Herausforderungen parat.

Ein Flächenbrand im Bottroper Süden hat am Dienstagnachmittag die Feuerwehr in Atem gehalten. Die Böschung entlang der Güterbahn, die sich von Vonderort bis zur Gladbecker Stadtgrenze durch die Stadt zieht, brannte an mehreren Stellen. Weil die Einsatzlage so unübersichtlich war, löste die Feuerwehr gegen 13.25 Uhr Vollalarm aus.

 

Feuerwehr löscht Brände in Bottrop an der Güterbahnstrecke

Das heißt sämtliche Feuerwehrkräfte der Stadt – auch die Freiwilligen – wurden alarmiert und rückten zum Einsatzort aus. Aus dem Grund heulten am Mittag auch die Sirenen in Bottrop. „Wir haben 120 Feuerwehrleute im Einsatz“, so Feuerwehrsprecher Frank Lindemanns. Auch die Berufsfeuerwehr Essen unterstützte die Bottroper Kräfte. Hinzu kamen 20 Polizeibeamte, die die Straßen im Bottroper Süden sperrten. Ein Polizeihubschrauber kontrollierte die Bahnstrecke auf mögliche Brandherde aus der Luft. Im Bereich der Bahnstrecke lag immer wieder auch beißender Brandgeruch in der Luft.

 

Am Ende stellen sich drei Einsatzschwerpunkte heraus

Was den Einsatzkräften so zu schaffen machte: Die Flammen loderten an verschiedenen Stellen entlang der Bahnstrecke. Deshalb teilten sie den Bereich in mehrere Einsatzgebiete auf. Als Schwerpunkt kristallisierten sich dann die Polderstraße, die Straße Am Kämpchen sowie ein Abschnitt an der Prosperstraße heraus.

Ein weiteres Problem war jedoch, dass die Einsatzstellen nur schwer erreichbar waren. So musste zunächst die Bahnstrecke gesperrt und stromlos geschaltet werden, bevor die Feuerwehrleute im Gleisbett arbeiten konnten. Außerdem mussten sie sich mühsam den Zugang durch die Böschung schaffen.

 

An der Polderstraße versuchen Anlieger mit einem Gartenschlauch die Flammen einzudämmen bis die Feuerwehr eintrifft.  (Foto: Matthias Düngelhoff)

Einsatzkräfte bezwingen den Bahndamm mit Hilfe von Leitern

Im Bereich der Prosperstraße haben die Helfer den Bahndamm beispielsweise mittels Leitern bezwungen. Außerdem haben sie sich einen Zugang über das Gelände eines Schrottplatzes geschaffen. Mittels Trennschleifer und Kettensäge haben die Einsatzkräfte einen Zaun geöffnet und sich einen Pfad durch das Gestrüpp gebahnt, um die Flammen zu bekämpfen. Außerdem haben die Feuerwehrleute die Drehleiter in Stellung gebracht und den brennenden Bahndamm von oben gelöscht.

An der Polderstraße haben Anwohner versucht, die Flammen zunächst mit einem Gartenschlauch in Schach zu halten, bis die Feuerwehr anrückte. Das sei auch eine große Sorge der Feuerwehr gewesen, berichtet Frank Lindemanns - die Gefahr nämlich, dass die Flammen auf die Gewerbebetriebe an der Polderstraße übergreifen. Ähnliches galt für den Schrottplatz an der Prosperstraße. „In ersten Meldungen von Bürgern hieß es auch zunächst, dass der Schrottplatz brennt“, berichtet Lindemanns. Das habe sich ja dann zum Glück nicht bestätigt.

 

Die Prosperstraße war während des Einsatzes gesperrt. (Foto: Matthias Düngelhoff)

Ein harter Einsatz bei 35 Grad Außentemperatur

Die einzelnen Brandherde seien zwischen 50 und 100 Quadratmetern groß gewesen, erläutert der Feuerwehrsprecher. Für die Feuerwehrmänner war es bei rund 35 Grad Außentemperatur ein harter Einsatz. Zumal auch noch hinzukam, dass viele Meter Schlauch zur Wasserversorgung verlegt werden mussten. Je nach Einsatzort war der nächste Hydrant weit entfernt. Da kam der Feuerwehr auch die neue Ausrüstung zugute. Hatte sie doch erst im Juli neue Spezialfahrzeuge in Dienst genommen, die speziell für Flächenbrände ausgerüstet sind. Diese Wagen, ausgestattet mit einem 3000-Liter-Wassertank, waren am Dienstag ebenfalls im Einsatz und sorgten für den Wassernachschub.

Gegen 15 Uhr hatte die Feuerwehr den Brand dann unter Kontrolle, es waren jedoch noch umfassende Nachlöscharbeiten nötig. Mit Wärmebildkameras suchten die Einsatzkräfte die Böschung entlang der Bahnstrecke nach möglichen Glutnestern ab, um ein Wiederaufflammen der Feuer zu verhindern. Am späten Nachmittag konnten die ersten Einsatzkräfte wieder einrücken, gegen 18.15 Uhr war der Einsatz beendet.

 

Feuerwehr veröffentlicht Warnung an die Bevölkerung über die Warn-App Nina

 Zwischenzeitlich hatte die Feuerwehr auch die Warn-App Nina eingesetzt und die Bevölkerung aufgefordert, Fenster und Türen zu schließen, damit der Rauch nicht in die Wohnungen einzieht. Die Warnung konnte aber bereits im Laufe des Nachmittags wieder aufgehoben werden. Die Prosperstraße war zwischen der Johannesstraße und der B 224 während des Einsatzes gesperrt, gleiches galt für die Polderstraße.

Zur Brandursache gibt es bisher nur einen Vermutung. Die Feuerwehr geht davon aus, dass eine defekte Bremse eines Zuges Funken geschlagen hat und so das trockene Gebüsch entlang der Strecke entzündet hat. Doch da dauern die Ermittlungen noch an. (Matthias Düngelhoff und Norbert Jänecke)

 

Info:

Ortswehr Altstadt stand bereit 

Im Laufe des Tages waren die Wachen eins und zwei der Berufsfeuerwehr im Einsatz sowie Kräfte aus der Nachbarstadt Essen. Dazu sämtliche Freiwillige Feuerwehren der Stadt Bottrop.

Die Ortswehr Altstadt war jedoch nicht in den laufen Einsatz eingebunden. Sie hatte eine Sonderrolle als Einsatzreserve. Sie übernahm also stattdessen die Bereitschaft und stand parat, falls es weitere Einsätze in der Stadt gegeben hätte.

 

Bericht zu Einsatz #50 | Copyright: waz.de 27.08.2019 | 18:26 Uhr